Diesmal wird es bei den „Berggesprächen“ akademisch: Am Fuß des höchsten Berges Österreichs trifft Andreas Jäger auf den Philosophen, Autor, Essayisten und Universitätsprofessor Konrad Paul Liessmann.
Der gebürtige Villacher erzählt von der Zukunft unserer Gesellschaft, von immerwährenden Mechanismen und er blickt auch in die Vergangenheit. Denn als er vor vielen Jahren das erste Mal am Fuß der Pasterze gestanden hat, da reichte das Eis noch viele Kilometer weiter ins Tal.
Professor Liessmann und Andreas Jäger wandern den ersten Teil des „Alpe-Adria-Trails“ – ein Weitwanderweg, der auf der Kaiser Franz Josefs Höhe mit Blick auf den Großglockner beginnt, und fünfunddreißig Tagesetappen später nahe Triest am Meer endet.
Hochphilosophisch geht es ins Tal, wo nach dem ersten Tag der Ort Heiligenblut wartet. Eingebettet zwischen steilen Berghängen liegt der Ort im oberen Mölltal und damit im Naturpark Hohe Tauern.
Eine Wanderung, die nicht nur geistige Höhenflüge bietet, sondern auch eine atemberaubende Landschaft zeigt.
Konrad Paul Liessmann
Philosoph, Autor, Essayist, Kulturpublizist
Konrad Paul Liessmann studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie, und schloss 1976 sein Magisterium ab, promovierte 1979 und habilitierte 1989. 2011 wurde er auf die Professur für Methoden der Vermittlung von Philosophie und Ethik an der Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft der Universität Wien berufen. Seine Liebe zur Literatur kam durch Karl May zustande.
Seit 1996 ist er der wissenschaftliche Leiter des Philosophicum Lech und Herausgeber der gleichnamigen Buchreihe im Paul Zsolnay Verlag. Er war unter anderem Leiter des Friedrich-Heer-Arbeitskreises der Österreichischen Forschungsgemeinschaft und Herausgeber der Werke Friedrich Heers im Böhlau Verlag, Studienprogrammleiter an der Universität Wien für Philosophie und Bildungswissenschaft, Vizedekan der Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft, und auch Vizepräsident der „Deutschen Gesellschaft für Ästhetik“. Außerdem ist er seit 2010 Vizepräsident der „Gesellschaft für Bildung und Wissen“, seit 2012 Gründungsmitglied und Obmann der „Internationalen Günther Anders-Gesellschaft“ und seit 2014 Leiter des Universitätslehrganges „Philosophische Praxis“ an der Universität Wien.
Liessmann veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche und essayistische Arbeiten zu Fragen der Ästhetik, Kunst- und Kulturphilosophie, Gesellschafts- und Medientheorie sowie zur Philosophie des 19. und 20. Jahrhunderts. Zu Günther Anders hatte er in dessen letzten Lebensjahrzehnt regelmäßigen persönlichen Kontakt und leitet seit 2012 ein Forschungsprojekt zur Erschließung des Nachlasses von Günther Anders.
Seit 2016 ist Liessmann regelmäßiger Gast der Sendereihe Sternstunde Philosophie des Schweizer Fernsehens. Am 28. Juli 2016 hielt er die Eröffnungsrede der Salzburger Festspiele.