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Tag der seltenen Erkrankungen – Moderne Pathologie eröffnet neue Therapieoption bei extrem seltenem Tumor

Ein Team der Medizinischen Universität Graz am Diagnostik- & Forschungsinstitut für Pathologie konnte bei einem weltweit bislang einzigartigen Krankheitsfall zeigen, wie moderne molekulare Diagnostik selbst bei sehr seltenen und aggressiven Tumoren neue Therapieoptionen aufzeigt. Die Studie entstand unter der Leitung von Bernadette Liegl-Atzwanger und wurde kürzlich in der Fachzeitschrift Communications Medicine veröffentlicht. Erstautor Kristijan Skok gibt Einblicke in die diagnostischen und wissenschaftlichen Hintergründe dieses besonderen Falls.


Präzise Diagnose bringt Hoffnung für Patient*innen
Im Fokus stand ein extraskelettales Osteosarkom – ein äußerst seltener, aggressiver Weichteiltumor, der sich außerhalb der Knochen entwickelt und schnell ausbreitet. Bislang standen für diese Art von Tumoren nur sehr begrenzte Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Am Diagnostik- & Forschungsinstitut für Pathologie der Med Uni Graz gelang es weltweit erstmals, bei dieser Tumorentität eine spezifische genetische Veränderung nachzuweisen.


Diese präzise molekulare Diagnose wirkte sich unmittelbar auf die Patient*innenbetreuung aus: Die betroffene Person konnte gezielt mittels TRK-Inhibitor behandelt werden. Die Therapie zeigte rasch Wirkung, führte zu einer deutlichen Tumorverkleinerung und zu einem anhaltenden Behandlungserfolg – bei guter Verträglichkeit und initialer Inoperabilität des Tumors.


Moderne Pathologie als Schlüssel zur personalisierten Medizin
Möglich wurde dieser Erfolg durch die Kombination klassischer pathologischer Methoden mit hochmoderner molekulargenetischer Diagnostik. Zusätzlich zu Gewebeuntersuchungen wurden vor allem moderne genetische Tests eingesetzt, die Veränderungen im Erbgut auf RNA- und DNA-Ebene sowie Veränderungen der Genanzahl untersuchen.

 

„Dieser Fall zeigt eindrucksvoll, dass umfassende molekulare Tumoranalysen auch dort sinnvoll sind, wo bislang keine zielgerichteten Therapien erwartet wurden“, betont Kristijan Skok. „Wenn wir den molekularen Auslöser einer Erkrankung erkennen, können wir auch bei seltensten Tumoren neue Behandlungswege eröffnen“, ergänzt der Pathologe.


Interdisziplinäre Zusammenarbeit für Patient*innen
Der Behandlungserfolg ist das Ergebnis enger interdisziplinärer Zusammenarbeit des Universitären Comprehensive Cancer Center Graz mit klinischen Partner*innen aus Orthopädie, Onkologie und Radiologie sowie in Kooperation mit dem Ordensspital der Barmherzigen Schwestern Linz. Die Pathologie der Med Uni Graz lieferte dabei die ausschlaggebenden Informationen für die Therapieentscheidung gemäß aktuellen internationalen Empfehlungen.


Bedeutung über den Einzelfall hinaus
Der publizierte Fall unterstreicht die wachsende Bedeutung tumoragnostischer Therapieansätze und spricht für eine konsequente Integration molekularer Diagnostik bei seltenen Tumorarten. Zukünftig sollen strukturierte Testalgorithmen sowie KI-gestützte Analysen von Bild- und Molekulardaten die diagnostische Präzision weiter erhöhen.

 

(Pressemitteilung, 26. Februar 2026, Med.-Uni Graz)

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