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Neues Zuhause hoch über Graz: Nisthilfen für Falken in Reininghaus aufgestellt

Anfang Dezember wurden im Grazer Stadtteil Reininghaus neue Nisthilfen für Falken angebracht.

Damit wurde ein weiterer wichtiger Schritt gesetzt, um bedrohten Greifvögeln geeignete Brutplätze

im urbanen Raum zu bieten. Die Nisthilfe befindet sich am Dach der Mälzerei der STAMAG und eignet

sich sowohl für den häufigeren Turmfalken als auch für den seltenen Wanderfalken.

Die Umsetzung erfolgte in Zusammenarbeit mit der städtischen Grünraumabteilung, die das Projekt

gemeinsam mit Fachleuten begleitete und koordinierte.

Auch wenn die Nisthilfe bislang noch nicht angenommen wurde, ist das nicht ungewöhnlich. Der

Winter ist die ruhigste Zeit im Jahr für Wander- und Turmfalken, und neue Brutplätze benötigen oft

Zeit, bis sie von den Tieren entdeckt und angenommen werden.

 

Vizebürgermeisterin Judith Schwentner:

„Wer kommt, wer bleibt, wer gründet eine Familie? Mit den Nisthilfen in Reininghaus schaffen wir die

die Voraussetzungen dafür und damit neuen Lebensraum für Wander- und Turmfalken im Stadtgebiet.“

 

Ornithologe Leander Khil dazu:

„Solche Maßnahmen brauchen Geduld. Manchmal wird ein neuer Nistplatz schon nach wenigen Tagen

bezogen, an anderen Orten dauert es mehrere Jahre – oder er wird gar nicht angenommen. Wichtig ist,

dass geeignete Brutmöglichkeiten überhaupt vorhanden sind.“

 

Großer Bedarf an Nistplätzen

In Graz gibt es derzeit ein bekanntes Wanderfalken-Paar auf der Herz-Jesu-Kirche, das sich in den

vergangenen fünf Jahren sehr erfolgreich fortgepflanzt hat: Insgesamt 20 Jungvögel wurden dort

flügge. Diese Jungvögel suchen im weiteren Umfeld nach neuen Nistplätzen auf hohen, ungestörten

Gebäuden. Solche geeigneten Standorte sind jedoch rar und auf Bauwerken sind Wanderfalken auf

künstliche Nisthilfen angewiesen.

„Gerade in Städten können Gebäude wertvolle Ersatzlebensräume sein, wenn sie entsprechend

ausgestattet sind“, so Khil. Die neue Nisthilfe in Reininghaus ist daher ein wichtiges Angebot für

Falken, die im Grazer Raum unterwegs sind.

 

Stadt-Natur live mitverfolgen

Wie spannend Artenschutz mitten in der Stadt sein kann, zeigt auch die Webcam an der Herz-Jesu-

Kirche, über die das Geschehen rund um das dortige Wanderfalken-Paar rund um die Uhr live

verfolgt werden kann. Erst kürzlich sorgte ein regelrechter „Falken-Krimi“ für große Aufmerksamkeit,

als eine Falkendame die dort niedergelassene Falkenfamilie vertrieb. Viele Grazer:innen verfolgten

die Ereignisse gespannt online.

 

Fragiler Bestand trotz Erholung

Der Wanderfalke gilt in der Steiermark weiterhin als bedrohter Brutvogel. In den 1970er-Jahren war

die Art nahezu ausgestorben, der Bestand hat sich zwar erholt, bleibt jedoch sehr fragil. Störungen an

natürlichen Felsbrutplätzen durch Freizeitaktivitäten sowie neue Risiken wie die Vogelgrippe stellen

weiterhin große Herausforderungen dar. In einigen Teilen Europas ist der Wanderfalken-Bestand

zuletzt wieder deutlich zurückgegangen.

Das Wanderfalken-Projekt verfolgt daher das Ziel, den Bestand durch geeignete Nisthilfen auf

Gebäuden zu stärken. Weitere Nisthilfen wurden bereits auf Industriegebäuden südlich von Graz

angebracht, zudem ist auch bei neuen Bauprojekten vorgesehen, Brutmöglichkeiten mitzudenken.

Das Grazer Wanderfalken-Paar „Tavda“ und „Eich“ kann per Webcam beobachtet werden. Aktuell

besuchen die Altvögel ihr Nest regelmäßig, und ab März besteht wieder Hoffnung auf Nachwuchs.

 

(Pressemitteilung, 07.Jänner 2026, Stadt Graz)

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