11.02.2026
Ab sofort können sich Patient*innen und deren Angehörige in Kärnten auch direkt vor Ort zu sämtlichen humangenetischen Fragestellungen beraten lassen. In Kooperation zwischen der Medizinischen Universität Graz und dem Klinikum Klagenfurt wurde eine neue humangenetische Sprechstunde eingerichtet, die Betroffenen und Ratsuchenden wohnortnah Zugang zu erweiterter medizinisch-genetischer Expertise ermöglicht.
Ergänzung im Versorgungsangebot
Die Sprechstunde richtet sich an alle Personen mit humangenetischen Fragestellungen, etwa beim Verdacht auf eine erbliche Erkrankung oder wenn genetische Risiken in der Familie bekannt sind oder vermutet werden. Damit wird vom Klinikum Klagenfurt nun das Versorgungsangebot in Kärnten in Richtung medizinische Genetik ausgeweitet. „Genetische Beratung hilft, Risiken frühzeitig zu erkennen, Krankheitsverläufe besser zu verstehen und individuelle medizinische Entscheidungen fundiert zu treffen“, erklärt Herbert Juch, Facharzt, Dozent und Forscher am Diagnostik- und Forschungsinstitut für Humangenetik sowie am Lehrstuhl für Zellbiologie, Histologie und Embryologie der Med Uni Graz. Er wird als Experte einmal im Monat von Graz nach Klagenfurt entsandt, um dort medizinisch-genetische Beratungen durchzuführen.
Breites Spektrum genetischer Fragestellungen
Im Fokus stehen u. a. erbliche Tumorerkrankungen, seltene Erkrankungen, pränatale Fragestellungen bis hin zu Themen rund um medikamentöse Einflüsse während Schwangerschaft und Stillzeit. „Unsere Beratung deckt somit das gesamte Spektrum der Medizinischen Genetik ab – von der Onkogenetik über die Kardiogenetik, Bindegewebs-, Muskel- und Stoffwechselerkrankungen bis hin zu Neurogenetik, Chromosomenanomalien, Fruchtbarkeitsstörungen, genetischer Pränataldiagnostik und Teratologie“, beschreibt Herbert Juch das neue Angebot. Jeweils am ersten Montag im Monat stehen sechs Termine am Klinikum Klagenfurt zur Verfügung. Die Sprechstunde findet am Eltern-Kind-Zentrum (ELKI) des Klinikum Klagenfurt statt. Organisiert wird das neue Angebot durch das engagierte Team der Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe unter der Leitung von Primarius Johannes Lermann. Die Terminvergabe erfolgt über die Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Klinikum Klagenfurt, zusätzlich wird lediglich eine Überweisung zur humangenetischen Beratung durch die*den Hausärzt*in oder Fachärzt*in benötigt.
Langjährige Initiative wird Realität
Die Einrichtung der Sprechstunde geht auf eine Initiative von Herbert Juch und der KABEG zurück, die bereits vor rund acht Jahren gestartet wurde. Dank der maßgeblichen Unterstützung durch Jochen Geigl, Leiter des Diagnostik- und Forschungsinstituts für Humangenetik an der Med Uni Graz, sowie des Klinikum Klagenfurt und des Rektorates, konnte die Idee heuer tatsächlich realisiert werden. „Für uns stellt die Sprechstunde einen ersten Schritt in Richtung Erweiterung unseres Einzugsgebietes in Kärnten dar. Es besteht auch Bedarf in weiteren Kliniken, sodass zukünftig an eine Intensivierung des Angebots gedacht werden kann“, zeigen sich Jochen Geigl und Hans-Jürgen Gallowitsch, Medizinischer Direktor des Klinikum Klagenfurt, über die Realisierung des Projekts erfreut. „Ziel ist es, auch für die Kärntner Bevölkerung eine wohnortnahe humangenetische Versorgung zu etablieren und die Medizinische Genetik als patient*innennahes medizinisches Fach gut im klinischen Bewusstsein zu verankern“.
Gemeinsam für Patient*innen im Süden Österreichs
„Mit der neuen humangenetischen Sprechstunde schaffen wir ein zusätzliches, qualitativ hochwertiges Angebot für die Bevölkerung in Kärnten“, sagt Johannes Lermann, Abteilungsvorstand der Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Klagenfurt. „Die Kooperation mit der Med Uni Graz bringt hochspezialisierte Expertise direkt zu unseren Patient*innen – ohne weite Wege.“ Damit setzen das Klinikum Klagenfurt und die Med Uni Graz einen weiteren Schritt in Richtung wohnortnaher, interdisziplinärer und patient*innenzentrierter Versorgung. Dass die Koralmbahn Graz und Klagenfurt nun in nur 45 Minuten verbindet, erleichtert die Zusammenarbeit zwischen den Standorten enorm – medizinisch wie infrastrukturell.
(Pressemitteilung, 11. Februar 2026, Med.-Uni Graz)