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Künstlerische Restaurierung der Maria-Hilf-Kapelle am Schiffertor

Der Brucker Künstler Hermann Pitow übernahm die Restaurierung des Innenraums der

denkmalgeschützten Maria-Hilf-Kapelle am Schiffertor und setzt damit gemeinsam mit

der Stadt Bruck ein Zeichen für den Erhalt des kulturellen Erbes der Kornmesserstadt.

Die kleine barocke Nischenkapelle, die seit 1783 urkundlich belegt ist, zählt zu den stillen Zeugen der

Stadtgeschichte. Sie befindet sich am Ende der Schiffgasse, direkt an die ehemalige Stadtmauer

angebaut, und markierte einst einen bedeutenden Zugangspunkt zur Stadt nahe der Mur und der

historischen Schifffahrtsroute. Der spätbarocke Bau mit Volutengiebel und zweijochigem

Kreuzgratgewölbe sowie einem kunstvollen Altarabschlussgitter stammt wurde zuletzt 1924 durch

Spenden aus der Bevölkerung und 1998/99 im Rahmen einer umfassenden Außen- und

Innenrenovierung restauriert.

 

Im Rahmen des Förderprogramms „Flur- und Kleindenkmale 2024/2025“ des Landes Steiermark

konnte die stark beschädigte Putzfassade fachgerecht instandgesetzt werden. Die Arbeiten wurden in

enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt durchgeführt. Zusätzlich wurden Dachanschlüsse

und die Entwässerung erneuert, um den langfristigen Erhalt der Kapelle zu sichern. Die Gesamtkosten

beliefen sich auf rund 16.000 Euro.

 

Künstlerische Restaurierung des Innenraums

Hermann Pitow, der auch das bestehende Altarbild gestaltet hat, übernahm die Arbeiten die

behutsame Reinigung und Konservierung der Innenwände, die künstlerische Neufassung der

Marienfigur sowie die Wiederherstellung von Details, die durch Feuchtigkeit und Alterung

beeinträchtigt wurden. Pitow, bekannt für seine sensible Herangehensweise an sakrale Räume, bringt

dabei nicht nur technisches Können, sondern auch ein tiefes Gespür für Atmosphäre und Symbolik

mit. Die Maßnahmen wurden ebenfalls durch das Land Steiermark und das Bundesdenkmalamt

unterstützt.

 

„Die Maria-Hilf-Kapelle ist ein Kleinod im Stadtbild und ein Ort der stillen Andacht. Mit der

behutsamen Restaurierung durch Hermann Pitow möchten wir nicht nur die Substanz erhalten, sondern

auch die Ausstrahlung dieses besonderen Ortes stärken“, so Bürgermeisterin Susanne Kaltenegger.

Maria-Hilf-Kapelle am Schiffertor

 

Die Maria-Hilf-Kapelle am Schiffertor zählt zu den historischen Kleindenkmälern der Stadt Bruck an

der Mur. Erstmals 1783 urkundlich erwähnt, steht sie heute unter Denkmalschutz und gilt als

typisches Beispiel barocker Nischenarchitektur. Ihr Standort nahe der Mur und dem ehemaligen

Schiffertor verweist auf ihre ursprüngliche Funktion als Andachtsstätte für Reisende und Schiffer. Sie

befindet sich am Ende der Schiffgasse und wurde direkt an die äußere der doppelten Stadtmauer

angebaut. Die genauen Umstände und die Zeit ihrer Errichtung sind nicht eindeutig geklärt, jedoch ist

sie bereits im Stadtbrandbild von Johann Georg Eisenschmied aus dem Jahr 1781 eingezeichnet. Die

erste bekannte Nennung findet sich in einer Grundbucheintragung von 1783 zu Haus Nr. 99, dessen

Garten damals an die Kapelle grenzte.

1924 wurde die Kapelle mit Hilfe freiwilliger Spenden aus der Bevölkerung renoviert und am 14.

September desselben Jahres durch Propst Dr. Franz Schellauf feierlich wiedereingeweiht.

Hermann Pitow

 

Als Bildhauermeister, Maler und langjähriger Präsident des Brucker Künstlerbundes prägt er seit

Jahrzehnten die lokale Kunstszene. Sein Atelier in der Galerie Pitow am Grazertor ist nicht nur

Werkstatt, sondern auch kultureller Treffpunkt. Pitow ist bekannt für seine Arbeit an menschlichen

Figuren, seine lebensnahen Gipsabgüsse und seine Fähigkeit, klassische Techniken mit

zeitgenössischer Formensprache zu verbinden. Mit der Restaurierung des Innenraums der Maria-Hilf-

Kapelle übernimmt er nun ein Projekt, das künstlerisches Feingefühl und Respekt vor dem

historischen Raum vereint.

 

(Pressemitteilung, 11. Dezember 2025, Stadt Bruck an der Mur)

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