14.01.2026
Der Brucker Künstler Hermann Pitow übernahm die Restaurierung des Innenraums der
denkmalgeschützten Maria-Hilf-Kapelle am Schiffertor und setzt damit gemeinsam mit
der Stadt Bruck ein Zeichen für den Erhalt des kulturellen Erbes der Kornmesserstadt.
Die kleine barocke Nischenkapelle, die seit 1783 urkundlich belegt ist, zählt zu den stillen Zeugen der
Stadtgeschichte. Sie befindet sich am Ende der Schiffgasse, direkt an die ehemalige Stadtmauer
angebaut, und markierte einst einen bedeutenden Zugangspunkt zur Stadt nahe der Mur und der
historischen Schifffahrtsroute. Der spätbarocke Bau mit Volutengiebel und zweijochigem
Kreuzgratgewölbe sowie einem kunstvollen Altarabschlussgitter stammt wurde zuletzt 1924 durch
Spenden aus der Bevölkerung und 1998/99 im Rahmen einer umfassenden Außen- und
Innenrenovierung restauriert.
Im Rahmen des Förderprogramms „Flur- und Kleindenkmale 2024/2025“ des Landes Steiermark
konnte die stark beschädigte Putzfassade fachgerecht instandgesetzt werden. Die Arbeiten wurden in
enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt durchgeführt. Zusätzlich wurden Dachanschlüsse
und die Entwässerung erneuert, um den langfristigen Erhalt der Kapelle zu sichern. Die Gesamtkosten
beliefen sich auf rund 16.000 Euro.
Künstlerische Restaurierung des Innenraums
Hermann Pitow, der auch das bestehende Altarbild gestaltet hat, übernahm die Arbeiten die
behutsame Reinigung und Konservierung der Innenwände, die künstlerische Neufassung der
Marienfigur sowie die Wiederherstellung von Details, die durch Feuchtigkeit und Alterung
beeinträchtigt wurden. Pitow, bekannt für seine sensible Herangehensweise an sakrale Räume, bringt
dabei nicht nur technisches Können, sondern auch ein tiefes Gespür für Atmosphäre und Symbolik
mit. Die Maßnahmen wurden ebenfalls durch das Land Steiermark und das Bundesdenkmalamt
unterstützt.
„Die Maria-Hilf-Kapelle ist ein Kleinod im Stadtbild und ein Ort der stillen Andacht. Mit der
behutsamen Restaurierung durch Hermann Pitow möchten wir nicht nur die Substanz erhalten, sondern
auch die Ausstrahlung dieses besonderen Ortes stärken“, so Bürgermeisterin Susanne Kaltenegger.
Maria-Hilf-Kapelle am Schiffertor
Die Maria-Hilf-Kapelle am Schiffertor zählt zu den historischen Kleindenkmälern der Stadt Bruck an
der Mur. Erstmals 1783 urkundlich erwähnt, steht sie heute unter Denkmalschutz und gilt als
typisches Beispiel barocker Nischenarchitektur. Ihr Standort nahe der Mur und dem ehemaligen
Schiffertor verweist auf ihre ursprüngliche Funktion als Andachtsstätte für Reisende und Schiffer. Sie
befindet sich am Ende der Schiffgasse und wurde direkt an die äußere der doppelten Stadtmauer
angebaut. Die genauen Umstände und die Zeit ihrer Errichtung sind nicht eindeutig geklärt, jedoch ist
sie bereits im Stadtbrandbild von Johann Georg Eisenschmied aus dem Jahr 1781 eingezeichnet. Die
erste bekannte Nennung findet sich in einer Grundbucheintragung von 1783 zu Haus Nr. 99, dessen
Garten damals an die Kapelle grenzte.
1924 wurde die Kapelle mit Hilfe freiwilliger Spenden aus der Bevölkerung renoviert und am 14.
September desselben Jahres durch Propst Dr. Franz Schellauf feierlich wiedereingeweiht.
Hermann Pitow
Als Bildhauermeister, Maler und langjähriger Präsident des Brucker Künstlerbundes prägt er seit
Jahrzehnten die lokale Kunstszene. Sein Atelier in der Galerie Pitow am Grazertor ist nicht nur
Werkstatt, sondern auch kultureller Treffpunkt. Pitow ist bekannt für seine Arbeit an menschlichen
Figuren, seine lebensnahen Gipsabgüsse und seine Fähigkeit, klassische Techniken mit
zeitgenössischer Formensprache zu verbinden. Mit der Restaurierung des Innenraums der Maria-Hilf-
Kapelle übernimmt er nun ein Projekt, das künstlerisches Feingefühl und Respekt vor dem
historischen Raum vereint.
(Pressemitteilung, 11. Dezember 2025, Stadt Bruck an der Mur)